Diese beiden Knochenplättchen zeigen in ihrem Fall Gottes Willen,
diese beiden Schrifttäfelchen sagen Wahrheit oder Falschheit aus,
und die spitzen Finger des Lackaffen tasten nach ihnen im Brustpanzer,
ich sehe seine Zunge wandern von einem Mundwinkel zum andern,
seine Augen flattern nicht,
sein Gesicht bleibt verschattet wie das eines Menschen im Schatten eines anderen,
im Schatten eines helleren Menschen,
noch einmal will ich mich aufrichten zu meiner empfundenen Grösse,
und auch Jonathan soll es tun und ragen,
aber mein Sohn betrachtet lieber seine Hände,
klaubt Schmutz unter den Nägeln hervor,
die Stille der Menschen ist wie das Rauschen eines Waldes,
der auf einen zukommt mit Wind und Dornen und Nadeln,
ich fühle die aufhebenden Schritte des Mondes über den Bergen,
das rollende Gut der Nacht im Flattern der Zeltbahnen,
und ist der Herr denn nun mit uns oder nicht,
meine Augen suchen die des Lackaffen,
der immer noch in dem Beutelchen gräbt,
als öffnete sich in ihm ein Abgrund, ein Schlund,
der durch keinen Trost und keinen Grund wettzumachen sein wird,
den nicht einmal dieser Eisfittich-Gott bedecken kann,
im Licht des Mondes sieht sein Augenweiss aus wie Honigtropfen auf Kothaufen,
die zum Hohn aus dem Erbarmen des Himmels auf uns herabgefallen sind,
nur zwei stehen in der grossen Menge an Glaubenden,
an zuversichtlich der Wahrheit zugewandten,
an gewissenhaft von der Falschheit abgekehrten,
an zähneknirschend auf die erfinderische, auf die spielerische Falschheit schielende Glaubende,
nach der klärenden Scheidelinie der Wahrheit gelüstende Gläubige,
nur du und ich, mein Sohn, mitten in dieser mondgebackenen, fröstelnden Menge,
für die ein Knöchelchen, ein Täfelchen fallen soll,
für die ein Täfelchen, ein Knöchelchen mehr sein soll als ein fallendes Knöchelchen, ein aufgeworfenes Täfelchen,
und erschallt nur in unseren Ohren noch das Röhren des Sieges,
das Kreischen der Feinde in ihrer barfüssigen Hasenflucht,
und in keinem der Schatten kann Gott doch atmen, kann Gott noch raten,
der Lackaffe zieht und wirft das fluchwürdige Stängelchen,
das unterm Mond aufblitzt wie die Zähne einer Frau im Dunkeln des Zeltes.
