Ein Königreich für einen Widder

Da lacht Gott wohl,
in seine abwesende Rechte lacht Gott doch da,
sein Antlitz ist nur ein einziger Wurfschlitz für Lose oder wiederkehrende Treppenwitze,
da soll mich der männliche Gott doch strafen, wenn ich dich nicht töten könnte,
das wäre doch gelacht,
wenn ich nach dieser Schlacht nicht auch meinen eigenen Sohn opferte,
als rieselte mir bereits das Hirn von den Lippen herunter,
als tröffe mein geringer Verstand aus den Nasenlöchern,
aber das ist doch mein Sohn,
aber bin ich denn Abraham,
verwandle ich mich in den treuen Hirten Abraham,
forme ich mich um nach dem blinden Gläubigen, dem Schafskopf,
nach dem blind Glaubenden,
warte ich schon auf den sprichwörtlichen Widder im Wacholder,
muss ich denn schon seine Hörner suchen gehen im Dickicht,
da lacht Gott wohl,
und mein Mund spricht Worte, die nicht für meinen Mund bestimmt sind,
sagt Worte, die nicht für mich gemacht sind,
meine Lippen saugen den letzten milchigen Rest Verstand aus meinem Herzensknoten,
aber ich habe gesagt, was ich gesagt habe,
meinen eigenen Sohn bin ich wohl bereit, dem Manngott zu opfern, dem Herrengott,
in Gibea warten noch viele Schösse auf meinen Samen,
auch wenn, auch wenn mein Sohn Jonathan doch immerhin mein Sohn Jonathan ist,
gütig im einen und übermütig im andern,
ein rechter Trost meinen geprüften Nieren,
ein Atemzug voll Myrtenduft für meine ausgedörrte Kehle,
aber ich wäre die Sorge los, befreit vom An-ihn-denken wäre ich doch,
nur noch ich wäre ein König,
stinkend vom Salböl, das klebrig wie Harz ist,
mein Herz droht im Knien einzusinken in die dünne harte Kruste der Welt,
die den totenvollen, die den gebeinerfüllten Morgengrund bedeckt,
aus dem die letzten Tage sind,
was für einen Bock schiesse ich denn da,
da lacht Gott mich wohl aus,
bin ich denn ein neuer Jiftach,
muss denn jeder aus Benjamin eine Schandtat begehen,
um sein Lachen und sein Erbarmen zu verdienen,
ach ich aus Gibea,
ach ich Zerstückeler von Frauen und Kindern,
nehmt meinen Sohn und lacht.

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