Hier kommt der Honigschlecker

Hier kommt der Honigschlecker,
der Unbeleckte,
der Taubenetzte,
der Traumgeliebte,
der erste sanfte Widerstand im vorgelagerten Gelände einer Flucht und eines Siegers,
ein Mann wie ein Kind,
ein Kind wie ein Mann,
dem nicht mehr alles Spiel und noch nicht vieles Ernst ist,
ein lachender Schrecken,
taucht seinen Stock in die Waben,
rosa vom Sommer und von den Myrtenblüten,
umschwärmt von Bienen im Myrtendickicht,
gebeugt über die Wabe,
mit einem Gesicht wie am Meer,
wenn die Sonne von unten herauf kommt,
mit einem Lächeln wie eine törichte Kröte,
und wirft seinen Kopf auf die Schulterblätter,
als ich ihm sage,
«Saul hat einen Fluch auf alle Fresser gelegt,
wer isst ist verflucht,»
aus dem Ernst seinen Lachens streckt er mir seine klebrigen Worte entgegen,
«siehst du nicht die frische Kraft in meinen Augen und in meinem Schritt,
die kräftigende Frische des Rosenhonigs auf meinen Backen und in meinen Schenkeln,
was mein Vater sagt, ist Unglück,
was mein Vater sagt, ist blaue Zorneszunge,
die am rechten Verstand lappt,»
und er, der Honigschlecker,
mit den dunkel schimmernden Haaren,
wirft sich in Position und beginnt mit dem tropfenden Stock zu fechten,
trifft meine Brust und schlägt meinen Scheitel,
ich weiche zurück,
Honigschlecker oder Gottesschrecken,
Gottesschmecker oder Waldschrat,
sein Haar im Myrten-Dickicht wie die Hitze des Sommers,
der Schatten eines Mädchenauges,
mit dem Ernst des Toren ruft er mir nach,
«und hätten wir die Schweine gefressen,
die die Philister brieten,
als wir sie packten und zerrissen,
wie wäre der Sieg ein grosser und endgültiger,
ein abschliessender Wurf und ein grausiges Zeichen gewesen,»
und er lachte und schrie und tanzte wie ein Besessener,
Honig troff um seine Lefzen,
und ich eilte zu dir, Abner,
was ist zu tun,
und da kommt er selbst mit dem breiten Gesicht einer Echse,
die wohnt in Hütten und Palästen.

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