Meine Katze betrachtet mich:
In ihrem Blick
In ihrem langsamen Blinzeln
Sehe ich all die abgebrannten Scheunen in den überfluteten Träumen stehen
Die Löwenscherze meiner Bedürftigkeit –
Was hatte ich nicht alles eingenistet in diesen Lotterläden für meine Gedichte
Die sich niemals zu einem Gebet hinaufschwingen konnten
Hinaufschwingen können würden zu einem Gebet
Das da oben wie eine Klinge im Herbstregen sauste
Und ich sehe im Blick meiner Katze den Blick eines Wesens ohne Hoffnung
Weil Hoffnung etwas für den Menschen ist
Eine Art unendlicher Faden an dem zu ziehen der Mensch geboren wird
Um endlich am Ende des Fadens vielleicht
Eine Fliege oder eine Pfauenfeder mit dem Auge Allahs oder wenigstens
Einen Haken zu erlangen
Der leicht zu verschlucken ist und mit den ersten Rucken dann doch zu schmerzen beginnt
Aber leicht oh leicht sind die ersten Rucke wie ein Blinzeln
Und du tauchst ab und reisst alles mit dir mit in die Tiefe der Stille deiner Wohnung
In die fraglose Tiefe deiner Armut
Die wie immer keinen Ausweg verrät
Den sie dir bereit hielte für den Falle eines zu erfüllenden Gebets
Das dich abschnitte von diesem Faden an dem zu zerren du berufen bist
Und in den Augen der Katze siehst du die Unempfindlichkeit für deine Tränen und Seufzer und dein Lachen über deine Lage
Und während sie sich abwendet und die Scheunen mitnimmt und die Haken und die Regentropfen und die Tiefe und die Wünsche deiner Kinder
Hat das Gedicht schon begonnen wie eine Ankerkette.
