Bericht vom Gottesschrecken

Ich will der Wahrheit nach berichten, mein Herr
Ich will unser Leid nicht vergrössern durch Umschweife und Ausschmückung,
denn als der Gottesschrecken kam, mein Herr,
erlosch in unseren Herzen so gänzlich Hoffnung,
da durchfuhr unsere Knochen so vollständig das Eis des nächsten Lebens,
dass weder Pferd noch Reiter,
nutzlos in diesen Gebirgsländern voller Blöken und Kläffen, mit Verlaub, mein Herr,
weder Schwert noch Scheide mehr eine andere Absicht zu haben schienen als
hinzusinken und mit Gewicht zu verrosten und verrotten;
das Beben der Erde stammte von diesen Augen eines jungen Mannes,
das Schüttern der Berge,
als erzitterte ein kunstvoll zu Ehren Dagons aufgerichtetes Steinmahl unterm Donnern der Streitwagen,
ein Stein über den andern purzelnd wie ein aufgelöstes Gelöbnis, mein Herr,
das Schlickern der Hügel stammte von diesem gleissenden, schartigen Schwert,
das der junge Gottesschrecken schwang,
mein Herr, ich bezeuge seinen Eifer,
ich verstumme ob seines Muts,
den selbst du nur Tollkühnheit nennen würdest,
zwischen Senne und Bozez geschah dies,
unser Vorsprung ragte hinaus in die Schluchten und in die Kerben dieses öden Landes, das diese Barbaren wie den Garten einer Königin lieben und beschützen,
mit Harke und Schaufel um sich schlagend wie von Tollwut verseucht;
kaum hatte der Saulsohn seine Affengestalt über unseren Wall geschwungen,
das will ich bis an die Pforten meines Lebens bezeugen, mein Herr,
war es, als fielen uns die Zähne vor Klappern aus dem Kiefer,
weich wie das Fleisch frischer Feigen waren wir auf einmal geworden,
und so befiel er uns wie eine Trunkenheit,
wie ein gliederhemmender Rausch überfiel er uns,
ein Fieber liess die Welt zusammenfahren und alles Lebende zu Boden fallen, mein Herr,
als begänne eine neue Erntezeit,
selbst die Geier fielen vom Himmel wie Hühner,
das will ich bezeugen.

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