Psalm für Isaak / Einmal nur

Gibt es denn einmal nur, was zählt,
einen Brunnen, einen Erben,
einen Segen, eine Schote mit einem Samen,
gibt es denn einmal nur diesen einen Platz an der Sonne,
diesen einen Gemüse-Acker, dieses eine Getreidefeld,
diesen einen Altar, diesen einen Entschluss,
diesen einen Weg? SELA

Es gib den verlorenen Sohn, der unterm Johannisbrotbaum weint,
weit weg von den guten Feldern,
kein Tau befeuchtet den Ort, den seine Sohlen berührt haben,
die wilden Tiere sind seine Früchte,
die wilden Beeren sind sein Erbe,
vom Rost seines Schwerts kann er nicht leben,
vom Rest deines Segens kann er nicht heilen,
gibt es denn einmal nur das Gute,
die Güte und die Teilhabe,
den Umtausch und den Widerruf,
und wer hat gesagt, wer hat bestimmt,
es könne einmal nur den Brunnen Rehobot geben,
einmal nur den Brunnen Schiba,
wer hat bestimmt, wer hat verlangt,
zwei Söhne sind wie Esek und Sitna, wie Zank und Streit? SELA

Da geht dein Sohn, den du verloren hast, dahin,
in die roten Hügel hinaus,
in die fremden Länder,
als gäbe es einmal nur sein rotes Haar,
einmal nur seine wolligen Arme,
einmal nur seine weite Brust,
einmal nur sein breites, bereites Verzeihen,
in die fremden Länder,
zu den Schweinetrögen geht er da hinaus,
denn es gibt einmal nur die Knechtschaft,
einmal nur die Aufgabe seiner selbst, die Genügsamkeit,
die lang erlittene, die lang erdauerte,
einmal nur die selbstverschuldete Armut,
und den jetzt noch verzerrten Mund zieren bereits Flecken von Honig,
die Augen blitzen wie das Gerippe eines Löwen in der Mittagssonne,
denn Gott, einmal nur gibt es ihn,
einmal nur gibt es sie, denn Gott,
einzig und allein,
schätzt sein versehrtes Leben mehr,
und der Johannisbrotbaum senkt Schatten und Schoten auf ihn hinab.

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