Selbst bestimmen

Schau auf diese Männer, Heilige,
zögere nicht länger und schau sie dir an, diesen Haufen von Wehrlosen,
mit ihren hängenden Köpfen auf ihren langen gierigen Hälsen,
die sie eben noch festlich hochgereckt haben,
die sie eben noch mit klapperndem Lachen hin- und hergeschwenkt haben wie die Federwedel an den Helmen der Philister,
hör sie dir an,
diese Staubwedeltruppe,
diese Ritzenschlüpfer,
hier schenke ich dir reichlich Blut von starken Tieren,
von wohlgenährten Ochsen und stämmigen Lämmern,
auf dass sie nicht auseinanderlaufen wie feuchte Katzen,
ich habe keine Zeit mehr zu stottern,
ich habe keine Furcht mehr vor der Entscheidung, Heilige,
denn nicht allein will ich dastehen mitten in den Strassen Gilgals,
denn nicht allein kann ich diesen Kampf bestehen vor den Männern unserer Dörfer,
soll ich denn mich mit Schafen und Ochsen bewaffnen und von Gad die Schweine holen,
um sie wenigstens von unseren Weiden zu vertreiben,
die sie mit den Rädern ihrer lächerlichen Wagen durchpflügen,
als könnten sie damit einem Mann oder einer Frau aus Benjamin beikommen,
die über die Hügel und in den Schluchten laufen gelernt haben,
doch die Hängehälse sind müde geworden,
sie wollen nicht mehr ihre Hälse vor sich hertragen und nicht länger laufen, laufen, laufen,
und ich will endlich Ruhe vor ihrem Quäken und Schnattern,
ich will endlich Ruhe für meine Ohren,
Stille für meine anderen Gedanken,
Schweigen für meine Tage auf den Weiden,
eine Flöte im Gürtel und die Flocken der Schafe im grauen Grün von Bet-Awen,
ich habe gewartet, Heilige, gewiss habe ich gewartet,
ich warte noch, Heilige,
jetzt aber nehme ich mein einziges Schwert und schneide Kehlen durch und stosse Ochsen tot,
damit die Schmalhälse ein Gefühl davon erhalten,
was es heisst, selbst zu bestimmen.

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