Deine Hand berührt die Stirn, das Kinn, deine Finger fahren über die geschlossenen Augen,
die ihre Müdigkeit mit leisem Klickern kund tun,
aber kaum geöffnet, den Morgen über dem Hügelland bei Michmas sehen,
die leichte Trübung in den Sandtönen des Himmels und im Rosaschimmern der Erde kann auch ein Nebel sein, der aus den Tälern aufsteigt,
deine Zehen spreizen sich im grobkörnigen Sand, der leise flüstert wie eine Mutter über ihrem in der Mittagshitze dösenden Kind,
du atmest ein und wieder aus,
dein Bauch wölbt sich wie ein Weinschlauch unter deinem löchrigen Arbeitshemd,
deine Zunge regt sich wie eine Raupe im Kokon, um den tauben, übeln Geruch von Schlaf und Traum abzustreifen an den Zähnen und am Gaumen,
du schmatzt leise, und es klingt wie Abscheu,
wie das Fallen von Kuhfladen,
es gibt kein Wissen über diesen Moment hinaus,
deine glänzende Haut stellt ihre Härchen auf,
es schüttelt dich bis in die Schultern,
die Schwärze hinter deinen Augen ist deine eigene Schwärze,
die Schwärze deines Herzens,
ist dein eigener Horizont,
ist deine eigene Wand,
so weit entfernt, als rage sie in einer der grossen Städte des Ostens auf,
von denen die Händler träumen, aber kein Krieger,
so nah jedoch, dass du einen Schritt zurücktrittst davon,
als hörtest du das Räderdonnern der Philister schon früh im Morgen,
kein Blinzeln und kein Schielen kann dir diese schwarze fallende Sichtgrenze verschieben, vorantreiben, fortscheuchen,
und doch trittst du vor, den Fuss vor dem andern,
und doch gibt es noch Luft zum Atmen,
gerade noch und wieder,
auch wenn die Böe, die dich eben geschreckt hat im Haar der Weide am Brunne deines Hauses noch lebt,
und doch weisst du nichts vom nächsten Schritt,
noch was auf dich zukommt.
