Nichts ist wichtig

Du dehnst dein Denken aus,
du weitest den Zirkel für den Stein des Anstosses,
du heiterst den Schatten über deinen Taten auf,
spannst den Bau deiner Zweifel bis nach Midian,
der Horeb selbst ist nur ein Knoten unter Tausenden,
und die unterschiedlichen Arten der Verzweiflung sind in deine Augen gestiegen wie Elritzen,
sie sind in deine Sprache geklettert wie eine Katze vor dem Hund des Hirten,
und so sehr deine Männer wie Kerzen in der Sonnenglut stehen und warten darauf,
dass du einen Entscheid fällst,
so sehr leuchten die Äste des Busches dir ins Gesicht,
des Busches, durch den du dich schlägst,
und immer ein neuer zuckt dir ans Kinn,
den du schon abgeschlagen glaubtest,
als befühlte ein Sklavenhändler dein Kinn,
was für ein Gewimmel,
das ein Beil abstumpft,
denkst du und stehst,
denn nichts war sehr wichtig,
nicht viel war wichtig,
und je weniger wichtig es war, umso unwichtiger wurde es,
es war nie wichtig genug,
weil schlimmere Dinge geschehen waren,
geschehen würden,
und du hörst die Männer nicht singen,
die Köpfe ihrer Frauen liegen an ihren Brüsten,
ihre Nasen weiten sich vom erdigen Geruch ihres Haars,
und du siehst ihre Zungen wie goldene Krebse hüpfen in der Abendsonne,
dein Denken ist ausgestreckt wie die Knie der Kraniche im Flug,
die über dem Papyrus-Meer im Norden kreisen,
du nickst wie jemand, der zu wissen befürchtet,
dein Gram ist wie eine der Töchter am Brunnen,
deine Trübsal ist wie eine der Töchter Reguëls,
von den Hirten mit ihren Hunden vertrieben,
wie eine Gazelle hüpft sie über die Oberfläche deines Auges,
wie ein Kamel lugt ihre lange Schnauze aus deinen vorsichtigen,
aus deinen kreisenden,
aus deinen vorgestreckten,
aus deinen vorgeschürzten,
aus deinen verletzlichen Worten,
und das Feuer der Äste nimmt dir den Atem.

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