Hiersein

Es ist nicht leicht, hier zu sein.
Es ist nicht leicht, hierherzukommen,
an diesen ungleichen Knick in der Zeit,
an diesen kabbeligen Ort, wo die Absichten,
wo die Ansichten wie Schleimspuren über die Felsen laufen,
über die festen Felsen:
alles erhebt sich,
Blicke, Pflüge, Leiterin und Lächeln,
alles senkt sich,
Lippen, Krüge, Zeugen und Zentren,
die Sprachen selbst vervielfachen sich wie die Halme von Gras in den Ritzen auf dem Berg,
und es ist nicht leicht, auszuhalten
die wimmelnden unebenen Flächen von Zeit mitten im Sommer, die aus dem zinnoberroten Himmel fallen
wie taumelnde Spatenblätter,
es ist nicht leicht, hierhergekommen zu sein
mit hinterhergezogenen Köpfen und aufgeschlagenen Lippen,
die widerwilligen Zeugen eines widrigen Laufs:
alles ist gelenkt wie die steifen brüchigen Gelenke unserer Väter,
alles ist erhoben wie die verschrumpelten, eingebeulten Gesichter unser Vorfahren im Angesicht der Sterne,
als könnten diese Funken Vergangenheit wie absteigende Blasen im grauen Tümpelwasser unseres aufgehaltenen Lebens,
als könnten sie vordringen bis in dein und in mein Herz,
die nicht mehr leicht sind in ihrem Hiersein,
die wie die träge umwindete Masse einer Mazzebe ihre Stirn anreckt,
anreckt gegen die vielfältige Zeugenschaft von Gerede und Gereue,
und da bin ich: nicht leicht im Auge der felsigen Frucht, auf der Stirn des fruchtlosen Felsen,
auf der ungleichen Fläche hoch über dem Tal, kaum noch schwankend,
und möchte pflügen, möchte lachen mit gespreizten Lippen, die von Honig triefen,
möchte dem immerzu leichten, immerzu aufkommenden Wind ins Gesicht speien,
und mit unterschiedenen Worten die unterschiedlichen, leeren Geschichten bändigen.

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