Niemals mehr Mizpa!

Nicht mehr wie in Mizpa,
niemals mehr wie in Mizpa,
das sage ich euch heute,
denn was soll ein Wachturm,
was soll ein Pfahl in unserem Fleisch, der keine Verjüngung bringt,
der uns an Ort und Stelle bannt,
ein Ort, der hinausschaut in den Norden,
ein Ort, der hinausschaut in den Süden,
sehe ich nicht auch Gibea im Staublicht des Mittags,
drüben die Stiegen hinauf nach Bet-Awen,
in meinem Rücken die Blutstiege,
nicht mehr wie in Mizpa,
kein Horn mehr über unseren Herzen,
kein Dorn mehr in unseren Hirnen,
keine Beige von Entscheiden, wachend über die Geschicke von zu vielen,
die nicht eins sind, die niemals einer sind,
die wie die Terebinthe vor Jabesch ihre Arme, ihre Knie in die Richtungen von Diesseits und Hierseits ausstrecken sehnsuchtsvoll,
kein hoch lodernder Sennabusch mehr auf der Anhöhe mitten im Ocker der Wüste,
vor dem nur Barfüssige knien sollen,
unsere Haut ist wie die kiesige Erde zu unseren Füssen,
unsere Herzen sind die rollenden Körner einer Düne,
und Gott ist kein Wind, der uns triebe,
kein Säuseln, das uns lockte,
kein Rascheln in den Sträuchern, das uns zu beissen kommt,
unsere Locken haben die Farbe feuchten Sandes,
doch mittendrin rinnt das Blut unserer Schwestern, ihr Männer, unserer Töchter, unserer Frauen,
laut wie der Ruf unserer ungeschorenen Kehlen aus der Tiefe unserer Nieren,
mitten durch die Schlucht unserer Untaten,
lasst uns nicht mehr schwören,
lasst uns niemals mehr bannen,
lasst uns nicht mehr wachen,
lasst uns niemals mehr auftürmen einer den anderen zu einem Pfahl, zu einem Opfer auf dem Wege in die vielen Richtungen, in die vielen Höhen, in die vielen Schluchten, in die vielen Flecken, in die vielen Jaboks,
fliessend oder stockend,
lasst niemals mehr wie in Mizpa uns besammeln,
lasst uns nicht mehr wie bei Mizpa,
einander ausspähend, eine
Richtung wählen.

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