Dieses eine Wort

Wüst und leer ist, was gut ist.
Wüst und wirr ist, was böse ist.
Es gibt so viele Auslassungen.
Es gibt so viele Ankünfte.
Zitternd wie die Feige am Wegrand,
abgeschlagen wie eine Wolke im Sommerhimmel,
alle Verbindungen verloren stehst du vor den Toren und hast nur noch den abgerissenen Scherz:
ein Und nicht wie eine Brücke,
ein Und nicht wie eine Hand,
ein Und nicht wie eine Schulter,
ein Und wie ein erster Tag:
mehr als jener Bogen in den Wolken,
wenn die Regentage nicht mehr zu zählen sind über dem umgebrochenen, unfertigen Land:
auch das Und ist dann Geschichte,
Weitergang und Wiederkehr,
Abhall und Abkehr,
gut und böse heisst dann Und,
weiss und schwarz heisst dann Und,
Wissen und Unwissen heisst dann Und,
Rebe und Wein,
aufgeschwungen in den Himmelsstarrkrampf wie ein Geier wird Und sein,
seine Schwingen werden den Verstand Jafets verdunkeln,
seine geussenden Rufe werden das Herz Sems zerreissen,
und Ham wird aus der Vergessenheit herausgelassen wie das wirre Stirnhaar eines scheuen Mädchens,
und diese eine Silbe, dieser lallende Laut,
nicht länger als Zwinkern eines Hahns im Morgen,
schmal wie die Pupille im Auge einer Ziege,
mitten im Eigelb dieser menschenüberfluteten Welt,
kaum mehr ein Fuss passt zwischen dich und mich, meine Tochter,
dieses hingeworfene Zugeständnis von Wort,
diese Verbindungs-Abschande,
ist dir wie ihm gegeben, klein und verbindend, klein und trennend,
zu gross für einen Handschlag,
zu weit für eine Umarmung,
zu klein für eine Brücke,
zu fern für den Himmel,
zu kalt für den Sommer,
ein Irrsal fruchtet in ihm,
ein Wirrsal quillt in ihm,
halte es in deinem Schoss wie ein züngelndes Auge,
und wenn der Mann kommt zu dir,
und wenn die Frau kommt zu dir,
wirf es fleischig ihnen ins Gesicht.

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