Es gibt keinen festen Boden

Was für Spuren hat sich das Handeln dieser Männer in ihre Gesichter gegraben?
Was für Fährten hat das Denken dieser Männer in ihre Züge gelegt?
Schau genau hin, mein Sohn!
Das sind Männer, die ihre Kindheit hinter sich gelassen haben, ohne dass sie Spuren hinterlassen hätte:
Ihre Zehen sind krampfhaft in den festen Boden gekrallt,
die Furcht vor dem Schlick, auf dem sie zu stehen haben,
die Verzweiflung über den Pflotsch, auf dem selbst die Grundfesten ihre Standfestigkeit verlieren,
verlieren sollten, denn siehe, die Tatsachen sind weich und nachgiebig wie die Backen eines Säuglings,
wie die frischen Myrtenzweige im Hain der Grossmütter, mein Sohn,
aber schmerzlich ist ihr Schlag dennoch,
Verzweiflung aus Ohnmacht und Furcht aus vielleicht gar Fürsorge haben ihren Mienen für immer das Zeichen für das Eine oder das Andere eingeprägt,
schau gut hin, denn das sind die Männer, die ihre Kindheit hinter sich gelassen haben, ohne dass sie Spuren hinterlassen hätte,
und du wirst sie immer an ihrem Gemeinsinn erkennen, dem das Eigene näher ist als das Andere,
du wirst sie immer an ihrem gesunden Menschenverstand merken, der die Tatsachen wie die Glieder einer Kette um deine Kehle zu legen versucht,
doch siehe, mein Sohn, immer wirst du sie hocken sehen,
wie Kröten im Winter kauernd und erschauernd und schluckend über die Schattenwürfe von Babybacken und Myrtenwinden,
denn die Tatsachen sind furchtbar fruchtbar,
du siehst es in ihren gaffenden Augen,
denn was geschieht, mein Sohn, lässt nur zweifeln,
lässt nur die Hände ringen, wer nicht lauscht auf das Säuseln im Herzen, das langsam umarmt das Geschehene wie eine Mutter ihr erstes Kind,
und sei es ein Schlag, und sei es ein Ausschlag,
wer gackernd krallt nach dem ersten Korn im Hofe des Herrn,
das ledrige, rote Tuch des eigenen Kamms mitten im Gesicht.

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