Samuel Wiederkehrer

Da ist er wieder,
da kehrt er wieder,
da käut er wieder,
ohne Zögern und Scham prasseln seine Worte wie in der plötzlichen Kälte eines Morgens erfrorene Weinbeeren auf unsere abgenützten Kehlen ein,
immer die gleichen wiederkehrenden Haken schlägt er vor unserem Angesicht,
als lernten wir nimmer dazu,
und da ist er wieder,
mit diesem ungerührten ausdruckslosen Gesicht eines Gelähmten,
und nur die Augen rollen in ihrem Gefäss wie Kiesel in einem Krug,
er sagt immer noch das Gleiche wie zuvor,
denn seine Diät ist immer noch die gleiche wie zuvor,
und immer noch hat er das Glück, das Wetter zu lesen wie andere im Osten ihre Tontafeln und Steinmale,
Teufelswerk: aufschreiben, was du Tochter und Sohn erzählen kannst,
damit diese das ihrem Sohn und ihrer Tochter erzählen werden,
mit lebendigen Wörtern wie die abendlichen Fliegenschwärme unter den Bäumen, wo die Alten sitzen,
er holt uns ein Gewitter herbei mit seinem klappernden Mund,
das unsere Weinberge schlägt und unsere Olivenhaine,
den Weizenhalm zerbricht und den Hafer zu Stroh macht,
und will noch Dank für seine Wiederkehr, für seine Wiederholung,
für seinen grünen Wortschleim, der auf unsere Kehlen spritzt wie das Gift jener ersten Schlange,
die nichts anhatte, aber viel drauf,
wo er viel anhat und immer das Wiedergleiche drauf,
da kommt einem gleich die Sehnsucht,
doch seine Kehle ist so reif, dass sie selbst im wenigen Wahren das Böse herausschält und uns als den Kern darbietet,
aus dem doch etwas wird, was vorher nichts gewesen war,
seine Kehle ist so alt, dass ihre Güte wie von Kindern in einem Feigenhain zertrampelte Feigen ist, die doch für die Armen aufgehoben werden sollen,
seine Kehle ist so erwachsen wie nur bei Männern, die ihre Kindheit hinter sich gelassen haben, ohne dass sie Spuren hinterlassen hätte,
da kehrt er wieder,
da ist er wieder,
waren wir ihn nicht losgeworden,
da käut er wieder seinen grünen Hader und seine gottesschrumplige Eifersucht.

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