Abgewandt stehst du da

Da stehst du abgewandt,
das Gesicht verdreht wie jemand mit Magensaft auf der Zunge,
der Lärm ist dir zu viel,
die Menschen sind dir zu viel,
und du stehst abgewandt von all dem,
das dich ungefragt anspringt,
das dir an der Kehle zerrt,
als könnte sie all das schlucken,
all das hinunterringen, schlucken und stillen,
was nicht genug ist und nicht genug sein kann,
was von der Fähigkeit zur Genüge und dem Gefühl des Genügens nichts weiss,
abgewandt stehst du fast wie eine Aschere da,
doch nicht ungerührt,
mit einem wilden Schrecken über all die saugenden Spalten und schlürfenden Enden,
die durch keine menschliche Hand mehr zu verschliessen sind,
die durch keine menschliche Tat mehr zu eröffnen sind,
deine Haare stehen dir zu Berge in all dem Lärm von Zimbeln und Pfeifen,
in all dem ungenügenden Überschwang,
der niemals mindern kann die gewonnene Schlacht oder das errungene Argument,
den niemals die ausgefeilten Pläne und die reifen Entscheidungen überwinden können,
denn es bricht hervor aus den Menschen wie eine fremde Stimme,
die ein schreiendes Unrecht, ein überflüssiges Organ für eine Freude,
die keine Botschaft hat,
du stehst in all dem Gejohle und Gerenne abgekehrt da,
und hielten die Menschen inne, wie du das tust,
müssten sie es nicht sehen, wie du das tust,
müssten sie nicht sterben wollen, wie du das tust,
müssten sie nicht leben wollen, wie du das tust,
leben und sterben nicht nach jenen immer nur genügenden, immer ungenügenden Massstäben,
die weder im Mangel noch im Übermass erfüllen können,
und vorerst weisst du nur dich abzuwenden.

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