Noch einmal nur

Einfach noch einmal innehalten,
            einfach noch einmal verlangsamen,
was in Gang kommt und in das unaufhaltsame Vergangene zu rutschen sich bemüht,
            schüchtern, fast angstvoll die Hand ausstrecken nach den Tagen,
da du nur kein Tier verlieren solltest im Gang durch das Gebirge,
            da du nicht in der Pflicht standest,
für andere zu entscheiden,
            du bürdelos und ohne Verantwortung im Staub sassest und den Staub formtest mit ein wenig Wasser,
mit Stöckchen die Völker rechts vom Jordan schlugst und einhegtest,
            noch einmal nur noch innehalten wie ein Staunender vor der Schönheit eines Tiers, Esel oder Pfau,
und hinwegblicken auf all die kleinen Dinge,
            die man unwichtig nennt,
und die wie wirbelnde Blätter sind und wie fallende, spitze Nadeln,
            in deinem Rücken schon den blutroten Boden in den Wäldern des Libanon,
die noch niemand abgeholzt hat für einen Tempel,
            du möchtest noch einmal auf einen Berg steigen,
und es müsste auch nicht der Garizim sein, und schon gar nicht der Zion, dieser Unheilsberg,
            das weisst du schon jetzt in deinem heilen, stillen Herz,
noch ist es still, noch ist es heil,
            noch denkt es wie das Herz eines kundigen Menschen,
hinaufsteigen und hinunterschauen auf die gefleckte, auf die schwielige Haut deines Landes,
            auf die grünen Felder und die Schilfwälder am Fluss,
auf die Felsspalten und die Städtchen im Würgegriff von Staub, Sonne und Wind,
            und ohne Menschen sieht es schön aus und wie gemacht für das Gute, für das Schöne,
und noch einmal deine Stimme von den Felswänden zurückschallen hören,
            als umarmtest und besässest du die ganze kleine Welt,
die dir gegeben ist zu durchleben, mit einem Ruf und einem Wort,
            dich festgraben im Sand auf dem Gipfel, mit jedem Zeh dich festhalten am Gipfel,
und in deinen Händen die Kiesel rollen und reiben wie Klumpen aus Teig und Sand,
            als könntest du daraus noch einmal eine Armee oder ein neues Volk kneten,
so gerne möchtest du das,
            noch einmal stehen bleiben und lauschen und warten,
bevor du springst.  

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