Ist deine Wut der Geist,
fährt sie aus Müdigkeit und Erschöpfung in dich,
der du zurück vom Felde kommst,
eine schlummernde Entrüstung über Entrechtung,
die auf den Geist nur gewartet hat,
auf seine glühende Zeichensprache?
Ist dein Geist die Wut,
hältst du darum den Kopf gesenkt wie die Beter beim Opfer, mit tränenden Augen im Rauch,
halb unwürdig halb demütig,
damit niemand sehe, wie tief das Feuer wurzelt und zehrt,
zerrt an den Muskelsträngen deines Herzens?
Ist die Wut dein Geist,
ein mächtiger Fischleib, kalt und schwielig,
der sich aus dem Wasser schiesst,
für einen Moment wie der Geier ganz im Licht der Sonne hängt,
mit der Spitze der Flosse noch den Schaum seines Sprungs berührt,
und mit Donnerlaut ins schneeweisse Grün zurückfällt;
eine Natter unterm Stein,
ein Wort auf deiner Stirn, das deine Locken verdeckt,
ein schon zu lange zurückgehaltenes Wort?
Ist der Geist die Wut,
allmählich bis zum zetern anschwellende Kehle eines Menschen ohne Haltung und Erbarmen,
ein Kern jener Frucht vom Anfang,
der immer noch in deiner Kehle zu keimen versucht wie ein Ruf nach Mutter,
kennt Gott im Ende keine Milde?
Ist die Wut der Geist,
Quell heissen Wassers und Tränen,
salzig und schwelgend im Schwefel aus der Tiefe,
quälende Niederungen, zu denen hochzuschwingen es dir nicht leicht ist,
entmenschende Unternehmung und gnadenloses Vorhaben?
Ist der Geist die Wut,
Lindwurm, dessen Fleisch niemals lind auf unseren Zungen lag,
so sehr wir an ihm auch schlangen,
ein von der Tücke aufgerissenes Gesicht wie ein praller Bauch,
eine zum Streicheln ausgestreckte Hand, die schlägt,
ein Fuss, der nicht vorangeht, aber in die Lenden trampt und niederhält,
ist deine Wut dein Geist?
so fragen wir dich, Saul.
