Dieses Land ist zum Auf-die-Füsse-treten.
Es braucht einen Meister auf Zehenspitzen.
In der Ockerenge der Berge,
in der Flussschlinge und in der Schluchtzuflucht,
da lauert dein Nächster.
Du kannst ihm nicht aus dem Weg gehen,
du kannst ihm nicht ungefragt ausweichen,
selbst die Esel grüssen sich schnaubend.
Jede schwenkt ihre Hüfte ausladend, wegversperrend;
Jeder geht seinen Weg mit ausgerenkten Ellenbogen und Händen in den Hüften wie zum Tanz.
Ein Wort gibt ein anderes,
in der Mittagshitze, der Narrenzeit,
in der Abendkühle, der Versenkungszeit,
in der Morgenkälte, der Zeit von Plan und Hast,
und die Wörter wurzeln tief in den Eingeweiden,
wenn sie einmal nicht auf Stein gefallen sind,
krallen sich fest in der Leber und in den Nieren wie die Geschichten,
die selbst zurückreichen fast vor die Zeit in Ägypten. SELA
Uns so steht plötzlich ein kleiner Häuptling,
dem vor Jahren oder vor Jahrzehnten ein Dorn eingefahren war,
den niemand ihm gezogen,
und Stachel wandern im nachgiebigen weichen Fleisch der Menschengeister,
wandern und suchen Auslass,
suchen das Herz, suchen das Auge, suchen den Mund,
um durch sie zur Rede und zu Rechten zu finden,
zur glaubwürdigen, verständlichen Menschenrede,
und sind doch meist nur Würgelaute und Spuckgeräusche,
so steht der kleine Wütling nun vor deinen Toren, Jabesch,
die du hinausblickst auf den Fluss und in das Land der Josefsöhne,
und der kleine Wüstenpirat mit einem vor Schameswut verzerrten Froschgesicht steht unter deinen Mauern und brüllt die einzige politische Regeln hinauf,
die er aus deinen Schriften kennt:
Zum Ausgleich ein Auge.
