Da konntest du nur beten,
da konntest du nur die Hände erheben,
in der Schwäche deines Alters, oben auf dem Berg,
menschlicher Geier mit ausgebreiteten Schwingen,
den Stab, der Schlange war,
die Schlange, die Stab wurde,
in deiner Schrifthand,
die seit jeher an die harzüberströmte Herzesrinde deines Volkes pochte und schlug,
«wolltet ihr nicht bedenken»,
das trampelnd sich auf deinem Weg mühte,
durch die Sandesschluchten und die dünne trockene Luft der Hochtäler,
die deinem Volk ein Land vorspiegelte,
sonnenseitige Oase,
eine Stunde lang und einen Tagtraum breit,
ein wenig wie der Schlund Gottes,
ein wenig wie die stumme Kehle Gottes,
das Gaumensegel von Sennabüschen und Akazien zugestanden,
die Stimmbänder von den Lockenblüten der Dattelpalmen verhängt,
wie eine trauernde Frau ihr Haar über das Gesicht breitet,
und so konntest du nur beten,
du konntest nur die Hände erheben,
gegen dieses Wüstenvolk,
das Adams Auftrag nicht gehört hatte,
«Staub von der Erde bist du», sagen die Staubigen, die Windigen, die Ziehenden,
sagen die Weder-Noch,
«Nehmt die Erde in Besitz», sagen die Zähler, die Zeichenerfinder,
sagen die Zeichenfinder und die Aufzähler,
und so geht es um mehr als Wasser,
hier in Refidim, wo du nur die Hände erheben konntest,
gestützt auf deine Söhne zu beten begannst,
wie ein Kitzlein nach der Zitze der Mutter stösst,
da sankst du auf einen Stein nieder,
dein Kissen für die Träume,
deine Unterlage für Gesetze,
hart wie die versteinerten Nieren deines Volkes,
und doch sind die Amalekiter nicht geschlagen,
ihr Wille ist nur zerstreut,
der Bann nur aufgeschoben für jemand anderen,
und du wirst die Kehle deines Herrn nicht betreten,
wirst deinen Kopf nicht in den gelb umlockten Schoss des Herrn legen,
einen Tagesmarsch lang und einen Geierblick weit.
