Samuel verabschiedet sich

Zum letzten Mal will ich dir, mein Volk Israel, von  Gott sprechen,
            denn ich habe nun genug getan;
oft und oft habe ich dir von Gott gesprochen,
            häufig erschollen seine einfachen Worte verständlich aus meinem Mund.
Du hast jetzt einen König und weisst noch nicht, wie ein König ist,
            ein König aus deinen eigenen menschlichen Reihen,
in all den Jahren seit ich aus Gott rede hast du nicht verstanden in deinem redlosen Herzen,
was ein König ist,
            ein König in Treue und ein König in Frieden.
Ich habe dafür keine Worte mehr,
            meine Kehle schnürt sich zu darob,
ich habe dafür keinen Atem mehr und keine Spucke mehr,
            die einfachen Wörter von Gott in meinem Mund zu rollen,
auf dass du, mein Volk Israel, sie verstehen würdest.
            Du hast dich kaum befreit von den Ascheren und den Baalen,
den ohnmächtigen Pfählen, die steif und ungerührt in das Land hinausblicken wie Rabenbeute im Schlachtfeld;
            hast du denn je gedacht an den Pharao,
gedacht an die Halsstarrigkeit der Reichen,
            die mit ihrem Gold und ihren Gütern meinen Söhnen zugesetzt haben,
und wer kann ihnen vorwerfen, dass sie geschlungen haben, was die Mächtigen geben?
            Die Mächtigen wirst du immer um dich haben,
aber mich wirst du nicht immer um dich haben,
            so lenke denn nun deinen Blick auf Gott, der ein letztes Mal zu hören ist in meinen Reden,
der dir in Treue aus den Frevelhänden der Philister wiedergekehrt ist,
            der dich in Treue aus dem Sklavenhaus des Pharaos herausgeführt hat in dieses Land,
das dir zum Erbe ist schon bevor die Baale und Astarten es überwuchert haben wie die Disteln ein umstrittenes Feld,
            der dich immer schon gemeint hat,
ein Gott für die, die hören,
            ein Gott für die, die ihre götzengleiche Ohnmacht eingestehen und dem Gehörten folgen,
aber die denken und die erwägen,
            für die ist er wie ein Sandsturm,
für die ist er wie eine Herzschlinge,
            ihnen verschliesst er mächtig die Kehle,
je mächtiger sie in ihrer Freiheit erwägen und denken,
denn wenn du treu bist, mein Volk Israel,
wenn du hörst und handelst nach dem Gehörten,
            aber die in Freiheit sich glauben,
werden an den eigenen Worten ersticken,
            werden von den eigenen Taten verschlungen,
werden mit angeschwollener Kehle verenden,
            werden mit verdorrten Ohren und durchbohrten Herzen vergessen werden.

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