Teure, kleine Olivengartenschritte

Jetzt hat er uns gedroht und gedroht,
            jetzt hat er uns gewarnt und gewarnt,
jetzt hat er uns doch genügend beschimpft mit seinen Richterworten,
            mit seinen gerechten Ansprüchen und mit seiner anspruchsvollen Gerechtigkeit,
jetzt hat er doch genug davon gesprochen, wer dieser heilige König auf den umwölkten
Bergen und in den hohen trockenen Wolken und in den süssen Wassern ist,
            der uns bisher in seiner Stimme und mit seinen Beschimpfungen vom Frieden abhielt und den Unfrieden
rechtfertigte,
aber hat er uns denn auch verteidigt,
            dieser heilige König,
bei Eben-Eser und bei Gibea,
            hat er uns die Weiden von Bet-Arwen und jenseits von Kirjat-Baal freigehalten,
hat er das vom Stampfen getrübte Wasser der Quellen wieder beruhigt?

Jetzt hat er uns gemahnt und gemahnt,
            jetzt hat er uns Vorhaltungen um Vorhaltungen gemacht,
jetzt hat er uns doch genügend in den Nieren herumgestochert mit seinen Anstachelungen
zur Gottesliebe,
            einen Gott zu lieben, der unsere kleinen Olivengartenschritte,
einen Gott zu lieben, der unsere olivengrossen Gedanken weit über die Berge bis nach
Aschdod und weit über den Fluss hinaus bis an den Euphrat zu werfen gewillt ist,
            wie kann er uns jetzt auch noch diese Löwenschritte und diese Löwenschreie abverlangen,
wie kann er uns jetzt auch noch dieses Gewimmel von Granatapfelkernen, verstreut bis an
die Enden der Erde und der Zeiten, auferlegen,
            hat er denn ganz und gar vergessen,
wie sehr uns der eigene kleine Weinberg,
            wie sehr uns das Gehen mit den Schafen über die Hügel und durch die Täler genügt,
wie sehr uns das Hocken unter der Tamariske, der langsame Wechsel von Worten in ihrem
Schatten wohlbekommt,
            und doch lässt er uns jetzt das Los werfen,
das noch immer auf Unfrieden fiel.

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