Der beste Herrscher

Gott ist ein treuer Wegleiter,
            ein scheuer Wegbereiter,
ein Kiesel zugleich und der Vogel im Himmel über dem starren Stein;
            Gott ist ein sanfter König, der nichts beschönigt,
er ist der beste Herrscher,
            ihre Häscher sind Spatzen und Lämmer.
Die Heilige ist wie das Meer,
            das alles schluckt und doch Leben trägt,
ist wie der Angeklagte, der Richter ist,
            ist wie der Mächtige, der im Stadttor seine Hand ausstreckt zu deinem Mantelsaum.
Gott herrscht seit den Anfängen, die ohne Ordnung waren,
            Gott regiert mit leichter Hand,
mit scharfer Feder in der Hand steuert Gott ihr Volk,
            das willig seinen Nacken unter die Joche fremder Götter drängt,
und Gott hält sein Herz aufgesperrt,
            nur leicht ist sein Angesicht verzerrt von der Geduld,
nur ein wenig zuckt sein Augenlid von der Aufmerksamkeit,
            er beugt sich aus seinem Thron auf Zion weit vor,
um die Gesichter seiner Frauen und Männer, seiner Töchter und Söhne sehen zu können,
            weit neigte er sich aus seinem Horst, um die Herzen seiner Töchter und Söhne, seiner Mütter und Väter erfüllen
zu können mit einem Atem,
salzig und schuppig wie das Meer, das über die Ufer tritt,
            staubig und struppig wie das Land, das bebt unter ihrem Schritt:
Keiner der Wege, keiner der Stege führt zu ihm,
            ausser ihr lasst fahren euer Stampfen und Stossen,
ausser ihr breitet nicht länger eure Wünsche über das Land, das müde müde Land,
            ausser ihr beschreitet die Wüsten mit ihren wüsten Pfaden nicht mehr,
als fändet ihr im Taumel von Tröckne und im Stammeln der Hitze jene Boten, die euch nach
dem Mund redeten,
            ausser ihr fasst an den Haaren das Schaf,
das grünäugige Schaf, das in eurer Mitte blökt wie eine Prophetin,
            und schert es: Gott nimmt langsam Überhand in seiner Ohnmacht,
Gott stiebt auf vom staubigen Platz wie eine Horde von Spatzen,
            langsam regt sich seine Zunge eines Herrschers in seinem trockenen Gaumen
wie eine Schnecke, die über die Mauer des Olivengartens kriecht.

Hinterlasse einen Kommentar