Das ist ein Volk von Sängern,
von erhobenen Armen und erhobenen Stimmen,
denen immer alles abverlangt wird,
die bereits viel zu vieles über sich ergehen liessen,
das ist ein Volk mit einer Kehle aus Honig und Sand,
sein Gesang ist wie das erste Grün in den Bäumen,
sein Gesang ist wie das letzte Haus im Dorf,
in dem eine Witwe sanftmütig und still ein Leben fristet,
ein murmelndes Leben,
ein härenes Leben,
doch an Abenden im Winter und an Morgen im Frühling hörst du eine Stimme aus den Fenstern fliegen,
scharf wie Scherben und helle wie das Lachen eines Mädchens,
und die Federn des Lieds streichen dir über das gefaltete Gesicht,
wie die liebkosende Hand einer Grossmutter,
die ihren schweren Körper bis zur Türe geschleppt hat und ächzend vor dir steht wie eine teure Regenwolke,
das ist ein Volk von Sängern in Höhlen und auf Höhen,
von zuckenden Füssen und zuckenden Adamsäpfeln,
ein Volk von aufgespannten leuchtenden Gaumensegeln,
halb Höhenfeuer halb Rauchsäulen,
im Singen brausen sie auf und lassen alles Aufbrausende hinter sich,
mit aufglühendem Angesicht und getrübtem Auge stehen sie mitten im Feld, mitten im Geröll,
ein Volk von Rufern und Bittern am Rande der Wüste,
die sich erheben wie das Meckern eines Lamms und zusammenströmen wie das Heulen der Wölfe hinter den Bergen,
mit flatterndem Gewand und mit verschattetem Antlitz,
ein Volk von Sängern,
mit flehendem Blick und wehendem Kopftuch auf die spärlich grüne Ebene vor dem Dorf hinausäugend,
ein flüsternder Beginn in der Kehle der Jungfrau,
ein donnerndes Ende in der Kehle der Schwangeren,
eine einfache Frau bin ich vor dir, nichts mehr als eine Magd,
hörst du dieses Volk singen,
und doch hat mich die Heilige angeschaut mit ihrem Herz.
