Er kommt, er kommt,
da kommt er, Haare wie Schakale,
die Tänzer rufen ihm zu,
seine Blösse ist wie der Morgenstern,
Bauch und Schultern glänzen wie die satte Erde nach dem Regensturm,
er kommt, er kommt.
Wer ist das nur,
sein Antlitz jung und bekannt,
und doch ist er ein anderer.
Die Pauken sind wie toll,
die Füsse stampfen die Erde wie Weintrauben in der Kelter,
die Flöten zerreissen mit spitzen Schreien die Luft,
und wenn die Flöten schweigen und die Pauken,
höre ich das Säuseln und Zirpen der Lauten und Harfen,
wie das Rieseln von Blut aus dem Hals eines Lammes.
Er kommt, er kommt,
ist das Saul,
ist das etwa wirklich Saul?
Hat er seinen Vater verloren, dass er so heult?
Hat er seine Mutter gefunden, dass er so zetert?
Besser als all die Verlosen, mehr als all die Mutterlosen, ganz und gar Waise und Witwe,
höre ich seine helle Stimme weissagen,
schallt seine fast noch kindliche Stimme mit Worten wie Frühfeigen unter den Bäumen vor der Stadt,
er kommt und kommt,
wie Gott ihn geschaffen hat,
seine Sätze winden sich schwer von Flüchen und Segenssprüchen wie die Schlange im Anfang der Zeit,
auch sie hatte wenig an, aber viel drauf,
müssen wir jetzt diesen jungen Mann für einen Propheten halten,
wie er da so kommt,
sein Antlitz verrenkt wie in Fallsucht und seine Arme wie die Äste einer Eiche im Unwetter?
Da kommt er mit zerbissener Zunge, er sagt uns das Los,
er sagt uns los,
er ruft uns zu in verzweifelter Freude,
als wolle er uns retten vor uns selbst,
als wolle er uns bewahren vor unseren Taten, Fürchten und Vätern,
seine Füsse wirbeln den Staub der Strasse auf,
ich sehe fast nichts mehr und muss husten,
da kommt ein Sohn Kischs,
den ich nicht mehr kenne, den ich nicht mehr erkenne,
wehe über seinen Vater,
wehe über unseres Stammes Los,
wenn nun Saul unter die Propheten gegangen ist,
nackt und schön.
