Sieben Jahre sind lange,
eine mit Mühsal und Zaudern gewürzte Wegstrecke sind sieben Jahre,
viele Stadien wirst du laufen, viele Stadien wirst du kriechen,
sieben Jahre sind geräumig genug für Enttäuschungen und Hochmut,
und mit Langmut betrachtet sind sieben Jahre kaum so breit wie die weisse Spitze deines Fingernagels,
sieben Jahre wollen nicht enden und hören doch auf wie der zwiefache Ruf des Wiedehopfs,
der dich aufhorchen und einhalten lässt und verstummt im Sennabusch,
lange mögen die sieben Jahre erscheinen,
lange wie die Zöpfe einer Tänzerin vor dem Altar, wie ihre Knöchel unterm fliegenden Rock,
wie der Pfeilflug von dem Bogen eines jungen Schützen,
stark und breit wie die Brust eines Ringers,
und du hörst noch die tiefe Sanftmut im Vogelruf über die Furt von Michmas hinweg,
und du ordnest noch die Insektenbeine deiner zappelnden Erinnerung,
und doch gehen sie vorbei wie Lufthauch im Mittag, wie das kleine Zittern in der Terebinthe,
wie eine Biene im Flug streifen sie deinen Handrücken und sträuben die hellen Haare darauf,
von Immerschon zu Immerschon sind sie:
was du aufsammeln kannst, das sammle auf,
was du tragen kannst, das trage mit,
bevor du es zerstreuen musst,
bevor es dich beschwert mit Gewicht oder Gestank,
seine Lust zur Last wird und seine Schönheit verpönt,
das gut gewürzte Opferfleisch scheidest du aus,
den herben Wein mit seinem Traum von Ruhe und Abgeschiedenheit scheidest du aus,
die Völle und der Taumel bleiben ein Augenzwinkern noch,
verlassen dich auch wie der Wiedehopf auf dem Dach deines Speichers,
und in sechs mal sieben Jahren wirst auch du wie der alte Mann,
der dir seine Hand, leicht wie ein Spatz, auf die Schulter legt,
wie der alte Mann mit seinem faulen Atem,
der dir den Weg durch Zaudern und Mühsal,
die vielen Stadien aus Hochmut und Enttäuschung aufzeigt,
gebeugt von dem Immer,
das immer schon war und ist.
