
Herrin, aus deinem Nabel wächst ein Zweig,
der einen kleinen Schattenkreis zieht,
mit dem Sonnenlauf meint er mich,
dieser Ast zeigt auf mich und zeigt mich an,
wie mit einem Griffel schreibst du damit auf meiner Leber deinen Namen, Aschera.
Der wahre Baum des Lebens bist du,
vor dir neigen die Jungfrauen ihren lockenschweren Kopf,
um dich springen und hüpfen die Mütter und Grossmütter in hochaufgerichtetem Tanz,
es jauchzt mir die Leber,
es wohnt in mir die Kraft des Herrn,
es haust in mir die aufgesammelte, aufgesparte Regung der Menschensöhne,
die Terebinthe hat ihre Kinder wie eine Frau in Schiloh,
unter ihrem langen Haar ist gut stillen,
unter ihrem glitzernden Blättertanz ist gut sich unterhalten,
um deine schlanken und ausgestreckte Arme winden sich die Lotosblätter wie Schlangen und züngeln wort- und liebreich,
Herrin, und wenn wir uns morgens und mittags und abends vor deinem Bild verneigen,
flüstern deine Wurzeln an unseren Herzen wie kichernde Kinderscharen,
liebkosen mit scheuen Tasten den Beutel meines Bauches,
in denen nichts scharf ist,
in denen nichts spitz ist,
aus denen nichts Lautes kommt,
aus denen kein böses Wort dringt,
und abends und mittags und morgens stütze ich mich auf deine Fürsprache in Wind und Regen,
in stechender Sonne und stehender Luft,
und mögen auch die Wolken brechen und die Berge erbeben mit dem Zorn deines Ehegatten,
mit der enttäuschten traurigen Wut deines Augapfels, Aschera,
unter deinem Blätterdach ist gut übernachten,
an deinem Stamm findet die geschlagene Frau endlich Schutz vor der schweren Hand ihres Mannes,
unter den Falten deiner Borke sind die Mädchen und Frauen und Tanten und Grossmütter wie unter der schweren Brust einer säugenden Frau,
aus der süss die Milch schiesst,
Aschera, vor dir neige ich das Haupt und weiss um Zuflucht.
