Chaconne

Nichts ist wichtig: Chaos notwendig
Ist wie eine Pfeilspitze aus Vorzeiten
Und im Bogenschenkel ihres Flugs das gespaltene

Das geteilte Ohr im Wind und am Herzdotter
In den langsam und widersinnig die Zeit lauscht
Evakuiert in die steinige Stirnpfanne wo

Die Savanne ihre Knöchel glänzen lässt:
Nichts ist wichtig: nur notwendig
Die nicht angesteckten nicht angeleckten Federn

Die in Vorkehrung die Zukehrung verweigern und abwenden
Mit spitzen Fingern zu pflücken: aufhalten
Das Chaos wie eine Handfläche: aushalten die geflüsterte Schwerkraft

Eines minimen Blickes: einer gerade noch geretteten
Einer längst geretteten Gelenkpfanne
Im windigen Sud der verschenkten Augen:

Das geteilte Oder einer Frau
Die offene Gewürzader eines Mannes:
Nichts ist wichtig: zu leben vom Chaos

Abgekehrt die leichte List des Gedenkens
In dessen verstummten Nieren das Chaos aufflammt und gesträubt den Bogen senkt
Wie Gottes Finger übers feuchte Moos der Gedanken fährt am Berghang:

Und das Wasser des Athi wird zum Wasser des Galana
Und das Wasser der Bünz wird zum Wasser der Aare
Und der Eibenbogen erinnert sich an das Wanken der Krone:

Wo hat es geschimmert –
Wie hat es gekrächzt –
Wer hat es erinnert –

Aus Vorzeiten notwendig ist es
Den Kambu aus den Akazien auffliegen
Und den Skorpion in der Bougainvillea-Brust

Der so gut denken gelernt hat
Herauslesen zu lassen: über den Dollarwiesen
Kreisen schon die Rotmilane. Nichts ist

Wichtig: notwendig Chaos ist:
Die ausgestreckte Hand anlegen
Und sich in die Winde neigen: zuneigen sich

Dem gegenläufigen Ei der aufgegebenen Absicht
Dem namendurchrasselten Staub der Fernsicht
Dem leuchtenden Rapsfeld des Fremdwillens

Und im Beckenboden unterm Stirnbrand von Jua verkochen das Nichts.

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