Die Frauen singen

Die Frauen singen:
Ihr reitet auf weissen Eselinnen,
Ihr sitzt auf weichen Teppichen,
Ihr zieht zu Fuss die Strassen,
Ihr sitzt an der Strasse nach Timna, wo der Weg nach Enajim abzweigt,
Ihr donnert in euren Wagen daher,
Ihr seid vom Felsvorsprung noch verborgen,
Ihr werdet mit der Schleuder fortgeschleudert,
Ihr habt die Schutzmauer niedergerissen um den Weinstock,
Ihr habt Herzen wie Tamburine,
Ihr habt Nieren wie Felsennester,
Ihr zieht die männlichen Neugeborenen aus den Müttern wie die weiblichen Neugeborenen,
Ihr schüttelt den Staub von euren Füssen am Ende des Dorfes:
Wer ist euer Gott?

SELA

Ist er eine wilde Sau, die im Weinstock wütet?
Ist er ein Esel, der nicht an einem Boten vorbeigeht?
Ist er eine Heuschrecke, die über das Land fällt?
Ist er ein Unwetter, das zur falschen Zeit kommt?
Ist er ein Hirte, der seine Schafe vergessen hat in seiner Trunkenheit?
Ist er ein Weinstock, der die mächtigen Zedern verschattet?
Ist er die Stimme im Traum, die ihr nicht hört?
Ist er der umgekehrte Sinn?
Ist er die Narretei, die recht leitet?
Ist er die Höhle, in der ihr euer Geschäft machtet?
Ist er der Sohn, der einen Mann liebt?
Ist er der Vater, der seinen Sohn fortjagt?
Ist er die Tochter, die ihrem Vater tanzend entgegentritt in Mizpa?
Ist Gott wie Ruben, der lange Rat hält und sich doch nicht entscheidet?
Ist er jemand, der auszieht ohne Hoffnung auf Silberbeute?
Ist er jemand, der weder Speer noch Schild sein Eigentum nennt?
Ist er jemand, der darauf wartet, dass die Frauen sich erheben, die Mütter Israels?

SELA

Sie zerbricht die Waffen der Starken,
Sie lässt die Reichen Schweiss vergiessen für einen Laib Brot,
Sie liebt die Verachteten, sie neigt sich zu den Elenden,
sie bringt sie zu Ehren, so singen die Frauen.

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