Chotto matte: von den versumpften verlassenen Landstrassen auf die Enge des Marktes hinaustretend: ohne Gesellschaft
Keine Inspiration: wie die unregelmässigen Häupter der Wellen am Biwa kommen die ächzenden jaulenden Gesichter der Bauern auf mich zu: auch ein Samurai lässt seinen bärtigen Abscheu durch die Menge laufen: auslaufen und trägt
Eine Erheiterung zur Schau: du verfestigst dich und schwankst doch wie eine Feder die ein Gott angeblasen hat: oh dieser saure Zwiebelatem: ein anstürmendes Gefühl von Vergeblichkeit oder Vergebung: Nicht-allein und
Allein harrst du der Dinge nicht anders als der stumpfe feuchte Blick des Schweins im Gatter
Die erdige Schnauze der Erde zugekehrt in leisem Wiegen und Warten
Ein leises Schauern wellt seine schabige Haut: Chotto matte: die Kinder umringen dich mit ihren tiefschwarzen Mäulern und zerren am schäbigen Tuch deiner Schürze: nicht anders als die Wolken aus dem Westen mit ihrer Schieferfarbe
Und die trübgrünen Schatten in ihren Augen spornen dich zu einem Gesichtsausdruck an: als komme ganz oben auf der Stirn des Berges ein einzelner Fels ins Rollen: du fühlst den Knall in deinem Sternum
Als du fällst und sitzt: ja sitzen kannst du: hast du geübt: und die Dorflümmel setzen sich mit dir in den knöcheltiefen lauen Schlamm: ihre trübgrünen trügerisch zärtlichen Augen spannen Stricke von der Dicke eines Ochsenhorns in deinen frontalen Kortex: der wie du merkst
Schwamm geworden wäre: durchlässig wie der Sand am Strand: die abwehrend wedelnden Blätter der Eschen im Rücken des Hüttchens: Sickergrund: doch hebst du den Blick wie eine Erwachte: Obasan
Bitte erzähle uns vom Krieg: Chotto matte: ich bin doch noch nicht hier: die lärmende Brut streichelt meine Knie die ich heftig wieder zudecke und wird still: ohne Gesellschaft
Keine Inspiration: die Wellen sind gut für die Einsamkeit
Die Berge sind gut für die Demut
Papier und Tusche sind gut für die Übung: und hörst du den Regenpfeifer rufen und den Kranich klappern
Weisst du wohl um die Unbeginne
Um die Aberenden von nicht-wesenden Wesen: weisst du wohl um dieses Aufatmen des schwarzen schwarzen
Weltalls in diesen Kinderstirnen
In den aufgereckten Knorpeln ihrer Nasen
Die sie zu dir recken wie die Kletten ihre Knöpfe an deine Knie legen
In den entzündeten Schleimhäuten
In den fast silbernen Blasen ihrer Wangen: Chotto matte: weisst du wohl um ihre Erdhaftung und fühlst den Dreck an deinen Knöcheln erkalten und trocknen
Und blickst über die grob gemusterte Fläche Selbst-Sein hinweg: beruhigt euch doch
Ich will erst von euch hören
Wer ihr seid.
