Stand auf dem Perron.
Sonne und Schweiss im Rücken.
Schaue auf aus dem Buch.
Ein Zug fährt ein. Wo bin ich?
Halte das Buch fest wie einen Hut.
Gleichheit der Dinge. Abgemessenheit
Und Zugemessenheit. Der Zug gleicht
Dem verstellten Horizont. Wo du bist
Kennst du bis zur Unverwechselbarkeit
Die Gestalten Gesten gleichförmigen Gegenstände
Vertikalen Gardinenstangen und die regelmässige
Freiheitsgewähr: wo nur bin ich? Ich denke an die Einsamkeit
Meiner Mutter an der Seite ihres Mannes
Der für sie fast verloren ist. Oh keine Gefährdung:
Nur ihr Mann – fantasiert beim Notar darüber
Wie er sich das Gehirn und all das Blut
Auf das halbabstrakte Sonnenuntergang-am-Meer-Gemälde
Katapultieren würde und es würde noch gut passen:
Wo bin ich? Das Buch hing in meiner Hand
An meiner Seite. Mein Zug fährt ein.
Ich warte bis die Eiligen eingestiegen sind. Sind es nicht immer
Mehr? Weshalb eilen? Das fesselnde Gefühl von Staunen und Ehrfurcht
Im Angesicht des Dramas menschlichen Gefühls
Das vom äussern Drama des Lebens verborgen wird.
Die Frage nicht nach dem Wo: nach dem Wer –
Ich weine nicht über was mein Leben verändert
Ich weine über Kinder die sich sagen lernen
Und lernen das auszudrücken was nur ihnen eigen ist:
Die Traumata ihres Vaters
Die hebräische Schrift und dass in Italien
Gotteslästerung auf Fussballplätzen
Verboten ist: wer bin ich?
Alles das im Zug. Buch auf dem Schoss.
Auf Vintage gemacht: als seien die Seiten vom Erstleser
Erst gerade aufgeschnitten worden: das Ich als Reprint
Und ich komme in Basel an. Das Tigerbaby spielt unter der Brücke
Mit dem sich aufdröselnden Schwanz seiner Mutter.
